Kocherlball 2025
Jeden Sommer, wenn die Sonne gerade erst über München aufgeht, erwacht der Englische Garten zu einem ganz besonderen Leben: Der Kocherlball lädt zum Tanz am Chinesischen Turm – und das bereits ab 6 Uhr morgens!
Was ist der Kocherlball?
Der Kocherlball ist eine traditionelle Volkstanzveranstaltung, die jährlich an einem Sonntag im Juli stattfindet. Tausende Besucher – viele in Tracht oder historischen Dienstbotenkostümen – tanzen zu Walzer, Polka, Zwiefachem und der Münchner Française. Zwei Live-Kapellen sorgen für die passende Musik, während sich der Tanzboden rund um den Chinesischen Turm bis zwischen die Biertische erstreckt.
Ein Blick in die Geschichte
Die Ursprünge des Kocherlballs reichen zurück bis ins 19. Jahrhundert. Um 1880 traf sich das Münchner Hauspersonal – darunter Köchinnen, Dienstmädchen und Laufburschen – jeden Sonntagmorgen zwischen 5 und 8 Uhr zum Tanzen. Der Name „Kocherl“ stammt aus dem Münchner Volksmund und bezeichnete damals das Küchenpersonal.
Doch 1904 war Schluss: Die Obrigkeit verbot den Ball wegen eines angeblichen „Mangels an Sittlichkeit“.
Wiederbelebung einer Tradition
Erst 1989, anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Englischen Gartens, wurde der Kocherlball wieder ins Leben gerufen – und ist seither ein fester Bestandteil des Münchner Kultursommers. Heute zieht er bei gutem Wetter bis zu 15.000 Besucher an.
Ein Erlebnis für Frühaufsteher
Wer einen Platz im Biergarten ergattern will, kommt am besten schon um 4 Uhr morgens. Andere bringen Decken mit und picknicken auf den Wiesen. Weißwürste, Brezn und ein kühles Bier gehören genauso dazu wie das gemeinsame Tanzen unter freiem Himmel.



