Impressionen
Faschingsumzug “Damische Ritter”

Faschingsumzug München 2016

Wenn die „Damischen Ritter“ durch die Stadt ziehen – Münchens närrisches Herz schlägt Fasching

Närrische Ritter statt ernster Helden

Der Faschingsumzug der „Damischen Ritter“ gehört zu den ungewöhnlichsten und zugleich beliebtesten Traditionen der Münchner Faschingszeit. Wer ihn zum ersten Mal erlebt, spürt sofort: Hier geht es nicht um geschniegelt-glatte Karnevalsperfektion, sondern um bayerische Lebensfreude, selbstironischen Humor und ein bewusst liebevoll-chaotisches Spiel mit Geschichte und Gegenwart. Die Damischen Ritter sind keine Ritter im klassischen Sinn, sondern eine satirische Faschingsgesellschaft, die historische Anklänge, bayerisches Brauchtum und aktuellen Zeitgeist miteinander vermischt – stets mit einem kräftigen Augenzwinkern.

Die Figuren der Damischen Ritter treten in fantasievollen Gewandungen auf, die an mittelalterliche Rüstungen erinnern, dabei aber oft aus Holz, Leder oder Stoff gefertigt sind. Schwerter und Helme wirken eher symbolisch als wehrhaft, vieles ist schief, bunt und bewusst überzeichnet. Genau darin liegt der besondere Reiz: Statt martialischer Helden sieht man Gestalten, die sich selbst nicht allzu ernst nehmen und mit ihrer Erscheinung das Rittertum humorvoll parodieren. Diese Mischung aus Tradition und Ironie hat den Damischen Rittern ihren Namen und ihren Kultstatus eingebracht.

Wie alles begann – die Geschichte des Faschingsumzugs

Der Faschingsumzug der Damischen Ritter findet seit den 1950er-Jahren statt und ist fest im Münchner Veranstaltungskalender verankert. Entstanden ist er aus dem Wunsch heraus, einen volkstümlichen, bayerisch geprägten Gegenentwurf zu großen, streng organisierten Karnevalsumzügen anderer Regionen zu schaffen. Von Anfang an standen Humor, Spontaneität und die Nähe zum Publikum im Mittelpunkt.

Über die Jahrzehnte hinweg hat sich der Umzug stetig weiterentwickelt, ohne seinen ursprünglichen Charakter zu verlieren. Jedes Jahr greifen die Damischen Ritter aktuelle gesellschaftliche und politische Themen auf und verarbeiten sie in satirischen Bildern und Kommentaren. Dadurch ist der Umzug nicht nur ein farbenfrohes Spektakel, sondern auch ein humorvoller Spiegel seiner Zeit.

Der Tanz der Marktweiber – frech, laut und legendär

Untrennbar mit dem Münchner Fasching verbunden ist der Tanz der Marktweiber. Dieses traditionsreiche Ereignis findet auf dem Viktualienmarkt statt und zieht jedes Jahr tausende Besucherinnen und Besucher an. Die Marktweiber übernehmen symbolisch die Macht, tanzen, singen und kommentieren das vergangene Jahr mit spitzer Zunge, musikalischen Einlagen und viel Selbstbewusstsein.

Der Tanz der Marktweiber steht für den urigen, manchmal derben, aber immer herzlichen Humor des Münchner Faschings. In Kombination mit dem Umzug der Damischen Ritter entsteht eine einzigartige Atmosphäre aus Musik, Bewegung und ausgelassener Stimmung, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.

Zwischen Sendlinger Tor und Viktualienmarkt

Räumlich spielt sich das närrische Treiben an zentralen Orten der Münchner Innenstadt ab. Das Sendlinger Tor dient häufig als Sammel- oder Ausgangspunkt des Umzugs. Von dort ziehen die Damischen Ritter durch die Altstadt, begleitet von Musik, Rufen und dem Applaus des Publikums.

Das Ziel und emotionale Zentrum ist der Viktualienmarkt. Zwischen historischen Marktständen und Fahnen verdichtet sich die Stimmung. Hier kulminiert der Münchner Fasching. In dieser Kulisse wird deutlich: Der Faschingsumzug der Damischen Ritter ist weit mehr als ein Umzug – er ist gelebte Münchner Stadtkultur und ein fester Bestandteil der närrischen Tage.

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