Vom Faschingszug über die St.-Patrick’s-Day-Parade und die CSD-PolitParade bis zu den beiden großen Wiesnzügen und dem Krampuslauf: München bietet über das Jahr verteilt mehrere große Umzüge und Paraden, die sich kostenlos vom Straßenrand verfolgen lassen.
München ist nicht nur für das Oktoberfest, seine Museen und Biergärten bekannt. Über das gesamte Jahr hinweg ziehen auch große Umzüge und Paraden durch die Straßen der Stadt. Dabei geht es längst nicht nur um Brauchtum. Manche Veranstaltungen stehen für Fasching und ausgelassene Unterhaltung, andere bringen internationale Kultur nach München, wieder andere verbinden Tradition und Oktoberfest oder sind ausdrücklich als Demonstration angelegt.
Gemeinsam ist diesen Veranstaltungen, dass sie den öffentlichen Raum für einige Stunden verändern. Straßen werden zur Festmeile, zum Zuschauerbereich oder zur Demonstrationsstrecke. Wagen, Musikkapellen, Trachten, Kostüme, Reiter, Tanzgruppen und Fußgruppen ziehen an den Zuschauern vorbei. Viele der großen Münchner Umzüge können dabei kostenlos vom Straßenrand verfolgt werden.
Dieser Überblick konzentriert sich auf sechs große und regelmäßig wiederkehrende Umzüge und Paraden in München: den Faschingszug der Damischen Ritter, die St.-Patrick’s-Day-Parade, die CSD-PolitParade, den Einzug der Wiesnwirte, den Trachten- und Schützenzug sowie den großen Krampuslauf durch die Innenstadt.
Inhaltsverzeichnis
Faschingszug der Damischen Ritter
Den Auftakt im Jahresverlauf macht normalerweise der Münchner Fasching. Einer der Höhepunkte ist der große Faschingszug der Damischen Ritter durch die Innenstadt. Der Umzug gehört zu den traditionellen Großveranstaltungen des Münchner Faschings und verwandelt die Altstadt für einige Stunden in einen bunten und musikalischen Festzug.
2026 startete der Faschingszug am Sonntag, 8. Februar, um 13:13 Uhr in der Frauenstraße auf Höhe des Viktualienmarktes. Von dort führte die Strecke über die Schrannenhalle und das Altheimer Eck durch die Fußgängerzone bis zum Marienplatz. Mehr als 50 Gruppen mit rund 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren dabei. Zu den Gruppen gehörten unter anderem Musikkapellen, Faschingsgesellschaften, Burschen- und Madlvereine, Tanzgruppen sowie historische Vereine.

Der Faschingszug ist dabei nicht auf einen einzigen Verein beschränkt. Die Damischen Ritter führen den Zug an, gleichzeitig beteiligen sich zahlreiche weitere Gruppen am Umzug. Dadurch entsteht ein abwechslungsreicher Zug mit unterschiedlichen Kostümen, Figuren, Fahrzeugen, Musik und Darbietungen.
Ein wichtiger Bestandteil des Münchner Faschingszuges ist außerdem das Rahmenprogramm auf dem Marienplatz. Der Umzug endet dort, anschließend geht das Faschingstreiben mit Musik, Tanz und Showeinlagen weiter. Der Besuch des Faschingszuges selbst ist kostenlos. Wer sich einen Platz entlang der Strecke sucht, kann den Zug somit ohne Eintritt verfolgen.
Wie transparent das in anderen Gemeinden gehandhabt wird, ist unterschiedlich. Markt Indersdorf etwa informiert auf seiner Website ausführlich über sein eigenes Faschingstreiben: Dort verkaufen ehrenamtliche, ausweispflichtige Helfer entlang der Strecke ein Festzeichen für 3 Euro, dessen kompletter Erlös sozialen Zwecken wie Kindergärten, Rotem Kreuz oder Feuerwehr zugutekommt. In Vierkirchen dagegen stand dazu vorab nichts auf der Gemeinde-Website – vor Ort liefen Einsammler mit der klaren Ansage “zahlen oder wieder gehen” durch die Zuschauerreihen, begründet mit Sicherheitsaspekten. Wer sich vorab informieren möchte, um notfalls auszuweichen, hat also je nach Gemeinde unterschiedlich gute Chancen. Der Münchner Faschingszug der Damischen Ritter bleibt davon bislang unberührt: Auch für 2027 gibt es keine Hinweise auf eine geplante Zuschauergebühr.
Der Faschingszug zeigt eine Seite Münchens, die sich deutlich von den historischen Trachtenveranstaltungen oder den politischen Demonstrationen unterscheidet. Im Mittelpunkt stehen Humor, Verkleidung, Musik und gemeinsames Feiern. Die Innenstadt wird zur Bühne für die närrischen Gruppen.
Fasching mitten in der Münchner Innenstadt
Gerade die Innenstadtlage macht den Faschingszug für Zuschauer interessant. Der Zug bewegt sich nicht über ein abgesperrtes Veranstaltungsgelände, sondern durch Straßen und Plätze, die normalerweise zum täglichen Münchner Stadtleben gehören. Zwischen Viktualienmarkt, Fußgängerzone und Marienplatz entsteht dadurch für kurze Zeit eine ganz besondere Atmosphäre.
Für Fotografen und Videofilmer bietet der Faschingszug zudem zahlreiche Motive: aufwendig gestaltete Wagen, farbenfrohe Kostüme, Musiker und Tanzgruppen wechseln sich innerhalb des Zuges ab. Wer nicht nur eine einzelne Gruppe sehen möchte, sollte sich möglichst an einem Abschnitt aufstellen, an dem der Zug langsam vorbeizieht.
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St.-Patrick’s-Day-Parade: Irische Tradition in München
Wenige Wochen nach dem Fasching folgt eine Parade, die München für einen Tag deutlich grüner erscheinen lässt: die St.-Patrick’s-Day-Parade. Sie gehört zu den bekanntesten internationalen Paraden der Stadt und bringt irische Kultur, Musik und Vereinskultur auf die Leopold- und Ludwigstraße.
Die Münchner St.-Patrick’s-Day-Feier wird seit 1996 veranstaltet. Die erste Veranstaltung war deutlich größer als ursprünglich erwartet: Statt der kalkulierten rund 200 Teilnehmer kamen etwa 3.000 Menschen. Seitdem wird der St. Patrick’s Day in München jedes Jahr am Wochenende vor dem 17. März gefeiert.

2027 findet die Parade am Samstag, 13. März, statt. Sie startet an der Münchner Freiheit und führt über Leopoldstraße und Ludwigstraße bis zum Odeonsplatz. Für die Parade werden rund 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in etwa 60 Gruppen erwartet. Die Strecke ist rund 2,5 Kilometer lang.
Im Zug sind unter anderem Flaggenträger, Sportvereine, Trachten- und Folklorevereine, Highlander, Rugbyspieler, Mittelaltergruppen und Musikgruppen vertreten. Auch kostümierte Teilnehmer gehören zum typischen Erscheinungsbild. Dadurch ist die Parade gleichzeitig Kulturveranstaltung, Vereinsfest und öffentliches Straßenereignis.
Besonders auffällig ist die musikalische Seite. Dudelsäcke, Trommeln und andere Instrumente sorgen dafür, dass der Umzug nicht nur optisch, sondern auch akustisch unverwechselbar ist. Die Verbindung von Musik, Uniformen, Fahnen und grünen Kostümen macht die Parade zu einem der auffälligsten Umzüge des Münchner Frühjahrs.
Von der Münchner Freiheit zum Odeonsplatz
Die Route ist für Zuschauer besonders interessant, weil sie einen großen Teil der Leopold- und Ludwigstraße einbezieht. Wer den Zug von der Münchner Freiheit aus verfolgt, erlebt zunächst den Startbereich. Entlang der Strecke gibt es anschließend zahlreiche Möglichkeiten, die vorbeiziehenden Gruppen zu beobachten. Am Odeonsplatz konzentriert sich ein weiterer Teil des Veranstaltungsprogramms.
Die St.-Patrick’s-Day-Parade ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie internationale Kulturveranstaltungen in München einen großen öffentlichen Raum nutzen können. Sie ist nicht lediglich ein kleines Vereinsfest, sondern ein jährlich wiederkehrendes Ereignis mit einer mehrere Kilometer langen Strecke.
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CSD-PolitParade: Demonstration und sichtbarer Umzug
Eine besondere Stellung unter den großen Münchner Umzügen nimmt die PolitParade des Christopher Street Day ein. Sie unterscheidet sich bereits in ihrer Funktion von den anderen Veranstaltungen dieses Überblicks: Die CSD-PolitParade ist keine reine Unterhaltungs- oder Brauchtumsveranstaltung, sondern eine Demonstration.
Im Mittelpunkt stehen laut CSD München gleiche Rechte und gesellschaftliche Akzeptanz für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen. Der CSD bezeichnet die Münchner PolitParade als die größte Demonstration dieser Art im süddeutschen Raum.

2026 fand die PolitParade am 27. Juni statt. Wegen Bauarbeiten wurde der Startbereich gegenüber früheren Jahren verändert. Die Demonstration begann im Bereich Erhardt-/Wittelsbacherstraße beziehungsweise Fraunhoferstraße und führte anschließend durch die Innenstadt. Die Stadt München bezeichnet die PolitParade als einen zentralen Bestandteil des CSD-Wochenendes.
Die Größenordnung ist beträchtlich. Für die Parade 2026 wurden mehr als 200 teilnehmende Gruppen und Fahrzeuge angekündigt. Neben queeren Organisationen und Vereinen nehmen unter anderem politische Gruppen, Unternehmen, Verbände und zivilgesellschaftliche Initiativen teil.
Das Erscheinungsbild ähnelt deshalb teilweise einer klassischen Großparade: Fußgruppen wechseln sich mit Fahrzeugen und Musik ab, Transparente und Informationsmaterialien gehören zum Bild. Gleichzeitig steht die politische Botschaft deutlich im Vordergrund.
Eine Parade mit anderem Charakter
Bei einem Vergleich der sechs Münchner Umzüge sollte deshalb zwischen einer Parade als Festveranstaltung und einer Parade als Demonstration unterschieden werden. Beim Fasching stehen Unterhaltung und Verkleidung im Vordergrund, bei der St.-Patrick’s-Day-Parade Kultur und gemeinsames Feiern, bei den Wiesnzügen Brauchtum und Oktoberfesttradition. Die CSD-PolitParade verbindet den Charakter eines großen Straßenumzugs mit einer politischen Demonstration.
Für Zuschauer ist sie trotzdem ähnlich zugänglich: Die Strecke verläuft durch den öffentlichen Raum und kann grundsätzlich kostenlos vom Straßenrand verfolgt werden. Der CSD selbst umfasst allerdings noch zahlreiche weitere Veranstaltungen, etwa die PrideMeile, kulturelle Angebote und weitere Programmpunkte.
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Einzug der Wiesnwirte: Der Auftakt zur Wiesn
Im September verändert sich München erneut. Dann stehen die beiden großen Oktoberfestzüge auf dem Kalender. Den Anfang macht am ersten Wiesn-Samstag der Einzug der Wiesnwirte und Brauereien.
Der Zug ist eng mit dem Beginn des Oktoberfestes verbunden. Die Festwirte, ihre Familien, Bedienungen, Schausteller und weitere Beteiligte ziehen in geschmückten Kutschen und Festwagen zur Theresienwiese. Dazu kommen Musikkapellen und die prachtvollen Gespanne der Münchner Brauereien.

2026 startete der Einzug am Samstag, 19. September, gegen 10:35 Uhr in der Sonnenstraße in Höhe der Josephspitalstraße. Gegen Mittag erreichte der Zug die Theresienwiese. Rund 1.000 Mitwirkende waren beteiligt.
Zu den auffälligsten Fahrzeugen gehören die Festkutschen der großen und kleinen Wiesnzelte. Besonders eindrucksvoll sind außerdem die historischen beziehungsweise repräsentativen Brauereigespanne. Geschmückte Pferdegespanne, Kutschen und Musikkapellen machen den Einzug zu einem der fotogensten Ereignisse rund um den Beginn des Oktoberfestes.
Mehr als eine Anreise zur Wiesn
Der Einzug ist nicht einfach der gemeinsame Weg der Festwirte zum Oktoberfest. Er ist ein traditionsreicher Bestandteil des Wiesnauftakts. Die geschmückten Wagen und Pferdegespanne machen sichtbar, wer hinter dem größten Volksfest Münchens steht und welche Brauereien, Festzelte und Schausteller beteiligt sind.
Auch hier gilt: Für den Zuschauer am Straßenrand fällt kein Eintritt an. Der Zugang zum Oktoberfestgelände selbst ist davon unabhängig. Der Umzug kann also kostenlos in der Innenstadt beobachtet werden, bevor sich das Geschehen auf der Theresienwiese fortsetzt.
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Trachten- und Schützenzug: Tausende Teilnehmer auf sieben Kilometern
Nur einen Tag nach dem Einzug der Wiesnwirte folgt der zweite große Oktoberfestzug. Der Trachten- und Schützenzug gehört zu den größten regelmäßig stattfindenden Umzügen Münchens und ist zugleich eine Präsentation von Trachten, Musik, Brauchtum und Vereinsleben.
Seine Geschichte reicht weit zurück. Der Festring München verweist auf das Jahr 1835 als Ursprung des Festzuges. Damals wurde zu Ehren der Silberhochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern sowie des 25-jährigen Bestehens des Oktoberfestes ein großer Festzug veranstaltet. Heute ist daraus eine jährlich wiederkehrende Großveranstaltung geworden.

2026 zogen rund 8.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 148 Gruppen und 50 Zugnummern durch München. Der Zug umfasste Fußgruppen, Reiter, Kutschen und geschmückte Festwagen. Der Weg führte vom Max-II-Denkmal durch die Innenstadt zur Theresienwiese.
Damit ist der Trachten- und Schützenzug hinsichtlich der Teilnehmerzahl noch einmal eine andere Größenordnung als die meisten anderen Münchner Umzüge. Zu sehen sind Trachtenvereine aus Bayern und anderen Regionen, Schützen, Musikkapellen, historische Gruppen und internationale Teilnehmer.
Tradition sichtbar gemacht
Der Trachten- und Schützenzug zeigt eine große Bandbreite regionaler Traditionen. Gerade die Mischung aus Trachten, Musikkapellen, Pferden, historischen Uniformen und Festwagen macht den Charakter des Zuges aus. Gleichzeitig wird deutlich, dass bayerische Tradition nicht auf München beschränkt ist. Viele Gruppen reisen aus anderen Teilen Bayerns, aus Deutschland und dem Ausland an.
Besondere Einzelereignisse können das Erscheinungsbild des Zuges zusätzlich verändern. 2026 waren beispielsweise die Münchner Schäffler dabei. Der historische Schäfflertanz ist allerdings keine jährlich stattfindende Veranstaltung, sondern wird nur alle sieben Jahre aufgeführt. Er gehört deshalb nicht zu den sechs jährlich wiederkehrenden Umzügen dieses Artikels, kann aber im Rahmen des Trachten- und Schützenzuges gelegentlich zu sehen sein.
Für Zuschauer entlang der Strecke ist der Zug kostenlos zu verfolgen. Wer den gesamten Zug sehen möchte, sollte allerdings Zeit mitbringen: Die große Zahl an Gruppen sorgt dafür, dass sich der Festzug über einen längeren Zeitraum durch die Innenstadt bewegt.
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Krampuslauf: Schauriges Brauchtum in der Adventszeit
Wenn die Tage kürzer werden und sich München auf Weihnachten vorbereitet, steht noch einmal ein großer Umzug auf dem Veranstaltungskalender: der Münchner Krampuslauf durch die Altstadt.
Der Krampuslauf gehört zu den ungewöhnlichsten Großveranstaltungen unter den Münchner Umzügen. Statt bunter Faschingskostüme oder festlicher Trachten bestimmen nun Masken, Fellkostüme, Hörner und geschnitzte Figuren das Bild. Neben Krampussen sind auch Perchten und Klause vertreten.

Der große Krampuslauf findet während des Münchner Christkindlmarktes statt. Für 2026 ist er für Sonntag, den 13. Dezember, von 15 bis 17 Uhr angekündigt. Die Strecke führt vom Bereich Frauenplatz/Augustinerstraße über die Kaufingerstraße, den Färbergraben, Rosental, die Sendlinger Straße, Dultstraße, den Oberanger und den Rindermarkt bis zum Petersplatz, Viktualienmarkt und Alten Rathaus.
Die Dimensionen sind bemerkenswert: Nach Angaben des Münchner Christkindlmarktes zieht der Lauf inzwischen bis zu 50.000 Schaulustige an. Organisiert und finanziert wird er vom Referat für Arbeit und Wirtschaft gemeinsam mit der ersten Münchner Krampusgruppe Sparifankerl-Pass.
Zwischen Brauchtum und Spektakel
Der Krampuslauf zeigt besonders deutlich, wie sich traditionelles Brauchtum und modernes Veranstaltungsgeschehen verbinden können. Die Masken und Figuren haben ihren Ursprung in alpenländischen Bräuchen. Gleichzeitig ist der Lauf heute ein großes Publikumsevent inmitten der Münchner Altstadt.
Für Zuschauer bietet sich entlang der Strecke eine ungewöhnliche Mischung aus Adventsstimmung und schauriger Inszenierung. Zwischen Christkindlmarkt, weihnachtlicher Beleuchtung und den dunklen Masken der Krampusse entsteht ein völlig anderes Bild der Münchner Innenstadt als beim Faschingszug einige Monate zuvor.
Wer Menschenmengen vermeiden möchte, sollte bedenken, dass die Veranstaltung sehr viele Zuschauer anzieht. Für Fotografen lohnt es sich dagegen, einen Standort mit etwas Abstand zur eigentlichen Laufstrecke zu suchen. Die großen Masken und aufwendigen Kostüme bieten zahlreiche Motive.
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Die sechs großen Umzüge im Vergleich
Obwohl alle sechs Veranstaltungen als Umzüge oder Paraden durch München führen, könnten ihre Inhalte kaum unterschiedlicher sein. Der Faschingszug steht für närrisches Treiben, die St.-Patrick’s-Day-Parade für irische Kultur, die CSD-PolitParade für eine politische Demonstration, die beiden Wiesnzüge für Oktoberfest und Brauchtum und der Krampuslauf für alpenländische Adventstraditionen.
| Umzug / Parade | Typ | Jahreszeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Faschingszug der Damischen Ritter | Fasching / Festzug | Februar | Kostüme, Wagen, Musik und närrische Gruppen |
| St.-Patrick’s-Day-Parade | Kulturparade | März | Irische Kultur, Musik, Vereine und internationale Gruppen |
| CSD-PolitParade | Demonstration / Parade | Juni | Politische Forderungen, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz |
| Einzug der Wiesnwirte | Volksfest- und Brauchtumsumzug | September | Festwirte, Kutschen, Pferdegespanne und Musikkapellen |
| Trachten- und Schützenzug | Brauchtums- und Festzug | September | Tausende Teilnehmer, Trachten, Schützen und Musikkapellen |
| Krampuslauf | Brauchtumsumzug | Dezember | Krampusse, Perchten und aufwendige Masken |
Die Tabelle macht zugleich deutlich, warum es sinnvoll ist, die Veranstaltungen nicht einfach unter dem Begriff „Parade” zusammenzufassen. Die Formen und Ziele sind unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen vor allem die Bewegung durch den öffentlichen Raum und die Möglichkeit, das Geschehen entlang der Strecke kostenlos zu beobachten.
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Münchens Umzugsjahr im Überblick
Über das Jahr betrachtet ergibt sich aus den sechs Veranstaltungen ein ungewöhnlich abwechslungsreicher Kalender.
Im Februar beginnt das Jahr mit dem Faschingszug. Bunte Wagen, Verkleidungen und Musik bestimmen die Münchner Innenstadt. Im März folgt mit der St.-Patrick’s-Day-Parade ein internationales Kulturereignis. Die Parade führt von der Münchner Freiheit über Leopold- und Ludwigstraße zum Odeonsplatz.
Im Juni steht mit der CSD-PolitParade eine Veranstaltung auf dem Programm, bei der der Demonstrationscharakter ausdrücklich im Vordergrund steht. Sie bringt zahlreiche Gruppen und Fahrzeuge auf die Straßen der Innenstadt und verbindet politische Anliegen mit einem großen öffentlichen Umzug.
Im September konzentriert sich das Geschehen rund um das Oktoberfest. Zuerst ziehen die Wiesnwirte und Brauereien zur Theresienwiese. Am folgenden Tag folgt der wesentlich größere Trachten- und Schützenzug. Mit rund 8.300 Teilnehmern und 148 Gruppen war dieser 2026 einer der größten Münchner Festzüge.
Den Abschluss bildet im Dezember der Krampuslauf. Er führt mitten durch die weihnachtlich geschmückte Innenstadt und bildet damit einen deutlichen Kontrast zu den sommerlichen und herbstlichen Großveranstaltungen.
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Warum Münchens Umzüge mehr sind als Zuschauerveranstaltungen
Ein großer Umzug verändert eine Stadt für einige Stunden. Straßen, die normalerweise dem Autoverkehr, Fahrrädern und Fußgängern dienen, werden zur Strecke für Musikkapellen, Wagen, Pferde und Fußgruppen. Für die Zuschauer entsteht dadurch ein Erlebnis, das sich von einem Konzert oder einer Veranstaltung in einer Halle unterscheidet.
Der öffentliche Raum wird zur Bühne. Gleichzeitig bleiben die Besucherinnen und Besucher Teil des normalen Stadtbildes. Sie stehen am Straßenrand, fotografieren, sprechen miteinander und verfolgen den Zug, während sich die Gruppen langsam durch die Innenstadt bewegen.
Gerade für Fotografen und Videofilmer sind solche Veranstaltungen interessant. Anders als bei einer statischen Bühnenveranstaltung verändert sich das Motiv ständig. Eine Gruppe zieht vorbei, danach folgt eine Musikkapelle, anschließend ein Wagen oder eine Reitergruppe. Bei großen Zügen kann sich dieses Wechselspiel über mehrere Stunden fortsetzen.
Auch die sechs Münchner Umzüge zeigen, wie unterschiedlich öffentliche Veranstaltungen gestaltet sein können. Der Fasching arbeitet stark mit Farben und Humor. Die St.-Patrick’s-Day-Parade lebt von Musik und internationaler Kultur. Die CSD-PolitParade setzt politische und gesellschaftliche Themen in den Mittelpunkt. Die Wiesnzüge zeigen Tradition und Vereinsleben, während der Krampuslauf mit Masken und Brauchtum eine ganz eigene Atmosphäre erzeugt.
Wo kann man die Umzüge kostenlos sehen?
Bei allen sechs Veranstaltungen ist grundsätzlich kein Eintritt für Zuschauer am Straßenrand erforderlich. Das bedeutet allerdings nicht, dass es keinerlei kostenpflichtige Angebote gibt. Bei einzelnen Veranstaltungen können beispielsweise Tribünen, Sonderbereiche oder begleitende Veranstaltungen kostenpflichtig sein.
Wer kostenlos zuschauen möchte, sollte deshalb zwischen dem eigentlichen Zug und zusätzlichen Angeboten unterscheiden. Die öffentlichen Straßen entlang der jeweiligen Strecke sind der klassische Zuschauerbereich. Gerade bei besonders großen Veranstaltungen empfiehlt es sich, frühzeitig einen geeigneten Standort zu suchen.
Die beste Perspektive ist nicht immer am Start
Für einen ersten Besuch klingt der Startpunkt eines Umzugs besonders interessant. Bei großen Veranstaltungen kann es dort allerdings sehr voll werden. Außerdem befinden sich die Teilnehmer häufig zunächst in einer Aufstellungsphase, bevor sich der eigentliche Zug in Bewegung setzt.
Entlang der Strecke ergeben sich dagegen oft andere Perspektiven. Bei langen Routen kann man sich einen Abschnitt suchen, an dem der Zug bereits in Bewegung ist. Für Fotografen ist außerdem wichtig, auf ausreichend Abstand zu Pferden, Fahrzeugen und Teilnehmergruppen zu achten.
Besonders interessant sind die Übergänge zwischen unterschiedlichen Gruppen. Dort verändert sich das Motiv häufig innerhalb weniger Minuten. Beim Trachten- und Schützenzug können beispielsweise auf eine Musikkapelle Reiter, Trachtler oder ein geschmückter Wagen folgen. Beim Fasching wechseln sich dagegen Kostümgruppen, Wagen und Tanzgruppen ab.
Was die sechs Veranstaltungen verbindet
Trotz aller Unterschiede haben die sechs Münchner Großumzüge einige Gemeinsamkeiten. Sie sind regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen, sie nutzen den öffentlichen Straßenraum und sie können von einem großen Publikum verfolgt werden. Außerdem leben alle sechs Veranstaltungen von der Beteiligung vieler Menschen.
Bei einem Umzug sind die Zuschauer nicht nur passive Konsumenten. Die Atmosphäre entsteht auch durch die Reaktionen am Straßenrand. Menschen fotografieren, winken, applaudieren oder tragen selbst passende Kleidung. Bei Fasching und St. Patrick’s Day ist das besonders offensichtlich, aber auch beim Oktoberfest und beim Krampuslauf gehört das Publikum zum Gesamtbild.
Gleichzeitig haben die Veranstaltungen unterschiedliche historische Wurzeln. Der Trachten- und Schützenzug blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins 19. Jahrhundert reicht. Die St.-Patrick’s-Day-Parade wird in München seit 1996 veranstaltet. Der moderne Krampuslauf ist Teil des heutigen Münchner Adventsprogramms. Der CSD wiederum hat seinen Schwerpunkt in der politischen Demonstration und der Sichtbarkeit der queeren Community.
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Fazit: Sechs Umzüge, sechs unterschiedliche Seiten Münchens
München bietet über das Jahr verteilt eine ganze Reihe großer Veranstaltungen im öffentlichen Raum. Zu den besonders großen und regelmäßig wiederkehrenden Umzügen und Paraden gehören der Faschingszug der Damischen Ritter, die St.-Patrick’s-Day-Parade, die CSD-PolitParade, der Einzug der Wiesnwirte, der Trachten- und Schützenzug sowie der Krampuslauf.
Wer sich für diese Veranstaltungen interessiert, kann damit fast das gesamte Jahr über unterschiedliche Formen des Münchner Straßenlebens erleben. Im Winter beginnt der Kalender mit dem Fasching, im Frühjahr folgt die internationale St.-Patrick’s-Day-Parade, im Sommer die CSD-PolitParade. Im Herbst stehen die beiden großen Wiesnzüge auf dem Programm und im Advent sorgt der Krampuslauf für den letzten großen Umzug des Jahres.
Der Vergleich macht den Reiz aus: Der Faschingszug steht für Humor und Verkleidung, die St.-Patrick’s-Day-Parade für irische Kultur, die CSD-PolitParade für eine öffentliche Demonstration, die Wiesnzüge für Oktoberfest und Brauchtum und der Krampuslauf für alpenländische Traditionen in einer modernen Großstadt.
Wer die Veranstaltungen kostenlos erleben möchte, braucht grundsätzlich kein Ticket für den Straßenrand. Wichtig ist vor allem, die jeweiligen Strecken und Zeiten im Vorfeld zu prüfen, denn Routen, Startpunkte und organisatorische Details können sich von Jahr zu Jahr ändern.
Für München-Besucher sind die Umzüge außerdem eine Möglichkeit, die Stadt abseits klassischer Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Wer nicht nur Marienplatz, Frauenkirche und Englischen Garten sehen möchte, erlebt bei einem der großen Umzüge, wie Vereine, Kulturszenen, Brauchtumsgruppen und unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen den öffentlichen Raum nutzen.
Und auch für Münchner selbst lohnt sich der Blick auf den Veranstaltungskalender: Zwischen Fasching und Advent gibt es immer wieder einen Grund, an den Straßenrand zu gehen und den nächsten großen Zug durch die Stadt zu verfolgen.
Die sechs Umzüge auf einen Blick
- Februar: Faschingszug der Damischen Ritter – närrischer Festzug durch die Münchner Innenstadt
- März: St.-Patrick’s-Day-Parade – irische Kultur, Musik und Vereine zwischen Münchner Freiheit und Odeonsplatz
- Juni: CSD-PolitParade – große Demonstration für gleiche Rechte und gesellschaftliche Akzeptanz
- September: Einzug der Wiesnwirte – Auftakt zum Oktoberfest mit Kutschen, Pferdegespannen und Musikkapellen
- September: Trachten- und Schützenzug – großer Traditionszug mit Tausenden Teilnehmern
- Dezember: Krampuslauf – schauriges Brauchtum während des Münchner Christkindlmarktes
Hinweis: Termine und Strecken können sich jährlich ändern. Vor dem Besuch sollten deshalb immer die aktuellen Angaben der jeweiligen Veranstalter beziehungsweise der Landeshauptstadt München geprüft werden.
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Fotos und Videos zu den Umzügen
- Fasching und Faschingszug – Landeshauptstadt München
- St. Patrick’s Day in München – Landeshauptstadt München
- CSD München – Landeshauptstadt München
- Einzug der Wiesnwirte – Landeshauptstadt München
- Trachten- und Schützenzug – Landeshauptstadt München
- Krampuslauf – Münchner Christkindlmarkt
Die im Artikel eingebundenen Videos zeigen eigene Aufnahmen von Faschingszug, St.-Patrick’s-Day-Parade, CSD-PolitParade, Wiesnzügen und Krampuslauf.







